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aus: NStPr 55/2 (2007):

Modifizierte Fassung des auf der Gedenkveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Stenographie-Systeme e. V. am 14. Juli 2006 in Berlin gehaltenen Vortrags.

Reise nach Berlin lohnt immer ‑ auch für Stenografen. Die turbulenten Zeiten der Systemkämpfe fanatischer Stenografen in Berlin sind lange vorbei ‑ um die Stenografie ist es ruhiger geworden. In Erinnerung an bekannte Persönlichkeiten der deutschen Kurzschrift kann der heutige Berlinbesucher seine stenografischen Geschichtskenntnisse auffrischen. Diesem Anliegen diente auch die Gedenkveranstaltung der „Arbeitsgemeinschaft deutscher Stenographie-Systeme e. V." für Heinrich Roller (90. Todestag) und Max Bäckler (150. Geburtstag) am 14. Juli 2006 in Berlin. Auszüge aus dem Vortrag sollen erinnern und das Kulturgut Stenografie vor dem Vergessen bewahren.

Heinrich Roller (1839 - 1916)

Heinrich Roller wurde am 10. März 1839 in Berlin geboren. Obwohl er in seiner Schulzeit den anderen stets voraus war und sich als Klassenbester auszeichnete, versagten ihm die bescheidenen Verhältnisse des Elternhauses den Besuch der höheren Schule. Seine Ausbildung zum Tischler widersprach den eigenen Wünschen. Auf der Hobelbank des späteren Gesellen lag immer ein aufgeschlagenes Buch, und er ließ keine Gelegenheit zu einer umfangreichen Wissenserweiterung ungenutzt.

Stenografischer Einstieg. 1859 wurde er Mitglied im „Berliner Handwerkerverein". Die entscheidende Wende für sein künftiges Leben trat ein, als bei der Wahl des Schriftführers des Vereins ein Korbmacher vorgezogen wurde, weil dieser stenografieren konnte. Der wissbegierige Roller stellte für sich fest: „Wenn der stenographieren lernen konnte, kannst du es auch"1. Beim nächsten Kursus, welchen Arends im Handwerkerverein veranstaltete, beteiligte er sich und ging als einer der besten Schüler hervor.

Die Tische im Handwerkerverein waren stets knapp; leere Tische waren dagegen für die Stenografen reserviert. Da Roller auch einen solchen Tisch beanspruchte, musste er im stenografischen Nachschreiben üben. Schnell stellte sich der Erfolg ein, denn er übertraf bald diejenigen, die schon länger übten. Nach nur 6 Wochen schrieb er fast alle Reden nach, die im Verein gehalten wurden - zum großen Erstaunen der „Gebildeteren"2 der Arends'schen Schule. Bald bekam er eine erste anspruchsvolle Stelle mit stenografischer Tätigkeit.

Ende 1864 erhielt Roller eine Stelle bei der Zeitung „Social‑Demokrat"; 1865 nahm er die Stelle des Generalsekretärs des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" an. Meinungsverschiedenheiten veranlassten ihn 1868 zum Austritt aus der Zentralleitung. Er arbeitete fortan als Fachstenograf auf zahlreichen Kongressen, Tagungen und Verhandlungen ‑ unter anderem nahm er den gesamten Gründungskongress der SDAP in der Zeit vom 7. bis 9. August 1869 in Eisenach auf. Für Arends und seine Anhänger war das ein gewaltiger Vorteil, denn Roller war ein tüchtiger stenografischer Praktiker und galt als ausgezeichneter Organisator. Mit der Eröffnung eines „Stenographischen Instituts zur Erteilung von Unterricht und Ausbildung praktischer Stenographen"3 brachte Roller neues Leben in die Schule Arends; es war die Rede davon, dass Roller nicht nur der tüchtigste, sondern auch der einzig nennenswerte Praktiker der Schule Arends sei. Das Anzuerkennende motivierte aber zugleich die Neider und Intriganten, die an seine Stelle einen „akademisch gebildeten Menschen, der zumindest den Doktortitel führt"4 setzen wollten. Darauf trat Roller aus dem „Central‑Verein" aus, gründete mit 24 Gleichgesinnten den „Arendsschen Stenographen-Bund" und gab das „Vollständige Lehrbuch der Volksstenographie (System Arends)", das er für den Selbstunterricht schrieb, heraus; dieses Lehrbuch war in allem besser als das Arends'sche und wurde daher verbreitet genutzt. Dagegen ging Arends zunächst mit verbalen Attacken, später auch gerichtlich vor. Das Verfahren endete mit einem Freispruch Rollers, der auch in der zweiten und dritten Instanz bestätigt wurde.

Da Roller immer ein Mann der Tat war, kehrte er nach diesen Auseinandersetzungen Arends den Rücken und gab am 1. Oktober 1875 sein eigenes System heraus. Das Lehrbuch erschien im Selbstverlag unter dem Titel „Vollständiger Leitfaden einer einfachen, in wenigen Stunden erlernbaren Stenographie für den Schul-, Korrespondenz- und parlamentarischen Gebrauch". In der Zeit von 1875 bis 1889 erschienen insgesamt 24 Auflagen.

Wiederholt änderte Roller seine Schrift. Nach einem Beschluss des Hauptverbandes der Roller'schen Schule bekam diese 1902 den gewaltigen Namen „Rollers Weltstenographie". Da er glaubte, dass seine Schrift allen Anforderungen eines schnellen Schreibens gerecht werden konnte, verzichtete er zunächst auf eine „Redeschrift"; auf Drängen seiner Anhänger gab er 1892 die „Praktischen Kürzungen" heraus.

Rollers Werbung war es zu verdanken, dass in ganz Deutschland Vereine entstanden, die sich in Landesverbänden organisierten. Roller bemühte sich auch wiederholt (1907, 1908, 1915) um eine Versöhnung mit Arends ‑ jedoch vergeblich.

Als die Verhandlungen zur Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrift in Gang kamen, wurde das Roller'sche System von seinem Erfinder selbst vertreten. Unbestritten nimmt Heinrich Roller in der deutschen Stenografiegeschichte einen würdigen Platz ein.

Ein Beispiel für den Umgang mit den stenografischen Gegnern:

„Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube";
Sie gleicht dem Wunsche hohl des Fuchses vor der Traube.
Ein jegliches System es hängt an seinem Leben.
Un keinem wär's genehm, das seine aufzugeben.
Dahms, Faulmann, Velten, Werth, wie Simon, Erckmann, Merkes
Sie dünken sich verklärt im Glanze ihres Werkes!
Ihr geistig' Eigentum mit in den Topf zu schmeißen
Zu Schrey's und Stolze's Ruhm, möcht ich undenkbar heißen!
Ich glaube kaum, daß Schrey und Stolze sich verein'gen,
Denn jeder wünscht dabei den Vorteil, den allein'gen,
Und werden Sie auch eins im Einheitsgrundgedanken ‑ Im Punkt
des ferner'n Seins, da werden sie sich zanken!
Der Stolzeaner Stolz wird stolz zu Stolze halten,
Und Schrey voll inner'n Grolls vielleicht in Stücke spalten.
Ein Bäckler und ein Schrey, sie sind noch nicht die Schule ‑
Und stürzen leicht dabei vielleicht von ihrem Stuhle!
Die Freundschaft, die der Wein beim frohen Mahl vollzogen
Ist oftmals hintendrein, eh' man's gedacht, verflogen.
Man bringt nicht beide Pol' leicht unter eine Haube ‑
„Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!"5

Aus einem Festartikel zu Rollers 75. Geburtstag: „Fast aber scheint es, als ob alle Mühe und Arbeit vergebens war, nicht für uns, aber für die Allgemeinheit, deretwegen wir sie leisteten. Unsere Entwürfe scheinen kaum eines Blickes gewürdigt, geschweige denn einer eingehenden Prüfung unterzogen zu sein. Nicht Wissenschaft, man hat die Politik zur Richtschnur der Einigungsbestrebungen gewählt! Wer aber je sich auf die Gunst der Politik verlassen hat, den hat immer noch die Politik verlassen! Man lässt sich von unsichtbarer Hand im Kreise herumführen, wie ein gefesselt Rind, nagt an saft- und kraftlos gewordenen Stoppeln sich die Zähne wund und kann die Fesseln der Gewohnheit nicht zerreißen, welche hindern, an die lebensfrische, grüne Nahrung einheitlicher buchstäblicher Vokalschreibung heranzukommen. Ein faszinierendes Blendwerk führt im Narrenkleide auf veraltete Bahnen zurück; es droht ihr Lebenswerk zu ersticken! ‑ aber bei dem Drohen bleibt es. ‚Roller bleibt!' ‑ Wie groß, wie schlicht, wie wahr ist Rollers Genius!"6

Max Bäckler (1856 - 1924)

Geboren wurde er am 5. Dezember 1856 in Elbing (Ostpreußen). Schon als Primaner lernte er Alt-Stolze und später die Stenografie Gabelsbergers. 1877 übernahm er eine Anstellung im parlamentarischen Büro der „Kölnischen Zeitung", gründete 1897 ein eigenes parlamentarisches Büro und galt als Journalist und Berufsstenograf sowie als Systempolitiker und Organisator von hohem Rang als der wohl fruchtbarste stenografische Fachschriftsteller. Die stenografischen Einigungsverhandlungen wurden in besonderer Weise durch ihn geprägt.

Professor Wetekamp7 charakterisierte die Persönlichkeit Bäcklers in folgender Weise: „Die Antwort zur Befähigung Bäcklers erhalten wir aus den Anfangsbuchstaben seines Namens: M.B. Das heißt erstens Mit Bewusstsein, zweitens Mit Begeisterung, drittens Mit Beharrlichkeit.

Mit Bewusstsein: Wohlüberlegt ist alles, ehe Bäckler an seine Arbeit herangeht, wohlüberlegt der Weg, der zum Gelingen führen soll. Scharf ist das Auge auf das Ziel gerichtet, und sehen wir einmal mit Erstaunen, dass er von der geraden Richtung abweicht, so merken wir bald, dass das nicht zugleich ein Abweichen vom Ziele ist, dass es vielmehr nur gilt, ein Hindernis zu umgehen, das sein scharfes Auge viel eher entdeckt hat als wir. Was Bäckler richtig erkannt hat, das greift er

Mit Begeisterung auf, mit einer Begeisterung, die nicht nur ihn befähigt, alle Mühe und Arbeit auf sich zu nehmen, sondern die darüber hinaus imstande ist, andere mit fortzureißen, die nicht aufflackerndes und rasch verfliegendes Strohfeuer, sondern warme, andauernde Glut ist. Sie gibt ihm die Kraft, vor keiner Aufgabe zurückzuschrecken. Seine Begeisterungsfähigkeit gibt ihm den Wagemut, an Unternehmungen heranzugehen, vor denen zaghaftere Naturen zurückweichen würden.

Mit Beharrlickeit wird das übernommene Werk ausgeführt. Schwierigkeiten sind für ihn nur dazu da, um überwunden zu werden."8

Noch eine berufene Stimme zu Bäcklers Persönlichkeit, Professor Dr. Amsel9: „Er ist zwar nicht ein sogenannter Systemtheoretiker vom Fach, wohl aber ein genauer Kenner aller Systeme und vor allen Dingen mit einem sehr sicheren und zuverlässigen Sinn für das Praktische und leicht Erlernbare, für das, was dem Volke und seiner Volkskurzschrift frommt, begabt."

Wilhelm Stolzes Gedanke, dass die Kurzschrift Gemeingut des Volkes werden soll, konnte nach Meinung seines ersten Schülers10 nur durch einen Mann wie Max Bäckler verwirklicht werden. Noch kurze Zeit vor seinem Tod sagte Kreßler zu Bäckler: „Der Feuereifer und die Ausdauer, mit der Sie an der Spitze eines großen Vereins unsere Sache seit langem mit steigendem Erfolg dem Ziele zuführen, hat gerechte Anerkennung und Unterstützung so vieler unserer Freunde gefunden. Auch ich hätte gern in altgewohnter Weise geholfen zu wirken und zu fördern, wenn meine schwindenden Kräfte nicht ein Hindernis wären. Es sei mir darum gestattet, ein Scherflein in Ihre Hände niederzulegen mit der Bitte, solches nach Ihrer Einsicht zur Förderung unserer gemeinsamen Sache verwenden zu wollen." Diese Worte waren für Bäckler ein heiliges Vermächtnis.

Das Jahr 1891 war für die Stolze-Stenografen ein Jahr von bis dahin überdimensionaler Bedeutung, denn es stand das fünfzigjährige Jubiläum an, das mit einem internationalen Stenographentag in Berlin einen ganz besonderen Rahmen erhalten sollte.

Die erdrückende Gesamtverantwortung fiel letztlich auf Max Bäckler, der gerade 35 Jahre alt war. Ob das dahinterstehende Motiv eine Form der hohen Anerkennung und Auszeichnung war oder ein Akt der Rache (siehe auch Roller), da ihm die Feinde in den eigenen Reihen ein Scheitern wünschten, das bleibt im Dunkeln der stenografischen Geschichte für immer verborgen. Bäckler bewältigte die Aufgabe, denn das Jubiläum wurde ein wahrer „Stolze‑Festtag", der in Verbindung mit dem internationalen Stenographentag gegenüber dessen Vorgängern ‑ London, Paris, München ‑ eine beträchtliche Steigerung aufwies.

Bei der „Mosengeilfeier"11 1896 in Bonn fanden zwischen Dr. Christian Johnen und Max Bäckler vertrauliche Gespräche statt, die 1897 zum Einigungssystem Stolze‑Schrey führten, und es war Bäckler gelungen, fast die gesamte Stolze'sche Schule für das neue System zu gewinnen. Die „Vereinfachte deutsche Stenographie, Einigungssystem Stolze‑Schrey" entwickelte sich zügig. Das erklärte Ziel bestand in der Vereinigung mit Gabelsberger; natürlich ging dieser Wunschtraum ‑ wie alle vorherigen Versuche ‑ nicht in Erfüllung. Die Vielzahl der inzwischen existierenden stenografischen Systeme ließ den Ruf nach einer für alle verbindlichen Einheitskurzschrift nicht mehr verstummen.

Wilhelm Marx12 sprach am 7. März 1906 vor dem Preußischen Abgeordnetenhaus über die stenografische Lage in Deutschland und forderte die Reichsregierung auf, bei der angestrebten stenografischen Einigung das Heft selbst in die Hand zu nehmen; als Vorbild sollte die Orthographiekonferenz13 dienen.

Am 16. September 1906 trafen sich die beiden Hauptkämpfer der stenografischen Lager ‑ Eduard Pfaff, der bedeutendste Organisator der Gabelsberger'schen Schule, der die widerstrebenden Richtungen in den eigenen Reihen von der Notwendigkeit einer Einheitskurzschrift überzeugte, und Stolze-Schreyaner Max Bäckler ‑ zu einem Gedankenaustausch im Hinblick auf die Aussichten einer Einigung. In der Folge kam es am 2. Oktober 1906 zur „Berliner Entschließung": „Die heutige, aus Vertretern der Stenografieschulen Gabelsberger und Stolze‑Schrey bestehende Versammlung bezeichnete die baldige Schaffung einer deutschen Einheitsstenografie unter Mitwirkung der Regierungen für wünschenswert und fordert die übrigen Stenografieschulen auf, sich den in dieser Richtung zu unternehmenden Schritten anzuschließen. Als erster Schritt zur Erreichung dieses Zieles erscheint notwendig die Gewinnung der Regierungen für den Zusammentritt eines Ausschusses aus Vertretern der Stenografieschulen und unparteiischen Vertrauensmännern zur Schaffung einer geeigneten Unterlage."

Am 24. und 25. November 1906 kam es in Eisenach zu dem historisch bedeutsamen Treffen von 27 namhaften Persönlichkeiten aus 7 Kurzschriftschulen. Die großartige Stimmung deutete auf einen baldigen Erfolg der ersehnten deutschen Einheitskurzschrift hin. Man kam überein, der Reichsregierung die Einberufung eines Ausschusses zu empfehlen, der aus 23 Mitgliedern bestehen sollte, um ein System für eine deutsche Einheitskurzschrift zu entwerfen. Diese berühmte Zahl 23 geht auf die „Bäckler'sche Formel" zurück, nach der jede Schule mindestens einen Vertreter stellen müsse; die übrigen wurden nach Bedeutung und Mitgliedern aufgeteilt. Auf jeden Fall musste gewährleistet sein, dass niemals zwei Schulen zur absoluten Mehrheit gelangen.

Die späteren Verhandlungen, die einer strengen parlamentarischen Führung unterlagen, führten nicht selten zu rein mathematischen Abstimmungen, die nicht der Sache dienten und nur immer wieder in ergebnislose Auseinandersetzungen der unterschiedlichen Systemgegner abglitten. Der 23er‑Ausschuss tagte erstmals 1912 und scheiterte ‑ nach Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg ‑ endgültig 1918. Im Jahre 1919 wurde die Leitung der Verhandlungen zur Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrift in die Hände des Staatssekretärs Schulz, der kein Stenograf war, gelegt. Auch unter seiner Leitung und Verhandlungsführung gab es nicht weniger Probleme, und wiederholt schien es, als sei eine Einigung völlig ausgeschlossen und als müssten die Verhandlungen für immer abgebrochen werden.

Einschneidend war schließlich die Entscheidung des Staatssekretärs Schulz 1922, als er die kleineren Schulen an den weiteren Verhandlungen nicht mehr beteiligte, da diese von den in ihren Systemen enthaltenen Sondergrundsätzen nicht abrücken wollten. Die Fortsetzung der Verhandlungen erfolgte nur noch mit den Vertretern der Schulen Gabelsberger und Stolze‑Schrey. Aber auch bei „nur" diesen zwei Schulen dominierte in der künftigen Zeit das zähe Beharren auf den eigenen Positionen, dessen Ausuferung im völligen Ablehnen der jeweils gegnerischen Position gipfelte. Auf der „Eisenacher Konferenz" 1922 lehnte Bäckler den „Juli-Entwurf" ‑ ihm waren bereits mehrere Entwürfe für eine Einheitskurzschrift vorausgegangen ‑ ab und erklärte ihn für „tot". Die Annahme dieses Entwurfs durch die Regierungen erlebte Max Bäckler nicht mehr, da er am 15. Juli 1924 starb.

Sein Leitspruch war stets: „Vor der Einheit geht uns der Fortschritt."

Die Gedenkveranstaltung am 14. Juli 2006 im Willy‑Brandt-Haus in Berlin war nur der erste Teil der Ehrung Heinrich Rollers und Max Bäcklers. Am 15. Juli 2006 wurden die von der „Arbeitsgemeinschaft deutscher Stenographie‑Systeme e. V." restaurierten Grabstätten der verdienstvollen Stenografen besucht; diesen Höhepunkt werden die Anwesenden in bleibender Erinnerung bewahren.

1 C. Tolle, Stralsund, im Januar 1889.

2 wie vorstehend

3 wie vorstehend

4 wie vorstehend

5 „Die Wacht", 1896, S. 357, Kleine Mitteilungen: „Herr Roller hat dem ‚Einigungs-Grundgedanken' zwischen Schrey und Stolze einige Verse gewidmet."

6 „Der Pionier", Nr. 411, XXXV. Jahrgang, 1.3.1914, S. 5756.

7 Oberstudiendirektor, 1893 - 1903 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, erlernte Alt-Stolze, trat zu Schrey über, anschließend zu Stolze-Schrey. Von 1908 an zweiter Vorsitzender und von 1924 bis 1931 erster Vorsitzender.

8 Reh, Wilhelm: Max Bäckler. Ein Lebensbild. Buchhandlung des Stenographenverbandes Stolze‑Schrey, 1916.

9 Prof. Dr. Amsel (1862 - 1949) lernte erst Stolze, dann Schrey, beteiligte sich an der Vereinigung Stolze‑Schrey, vertrat mit Bäckler die Schule Stolze‑Schrey bei den Einigungsverhandlungen.

10 Karl Gottlob Kreßler: 1841 Stenografie-Schüler Stolzes, Gründer der Zeitschrift „Archiv für Stenographie", stenografischer Praktiker u. a. in der Preußischen Nationalversammlung.

11 Friedrich Mosengeil, „Bahnbrecher der deutschen Kurzschrift", veröffentlichte 1796 seine geometrische Stenografie.

12 Reichskanzler nach dem Ersten Weltkrieg.

13 1901, einheitliche deutsche Rechtschreibung.

150. Todestag von Wilhelm Stolze

Einen unschätzbaren Beitrag zur Schaffung einer Kurzschrift, mit der Parlamentsdebatten aufgenommen werden konnten, hat Wilhem Stolze geleistet. Er war gleichsam der Urvater der Berliner Parlamentsstenografen, wie auch ein Brief Bismarcks an ihn zeigt. Zur Erinnerung an seinen Todestag mögen die Artikel von Rudolf Eggeling "Zum 100. Todestag Wilhelm Stolzes" aus dem Jahr 1967 und aus dem "Neuköllner Tageblatt" von 1917 dienen.