Breadcrumbs

aus: NStPr 58/4 (2010)

In Marktredwitz, einem beschaulichen kleinen Ort im Dreiländereck Bayern, Böhmen und Sachsen, fanden in diesem Jahr die Deutschen Meisterschaften statt. Organisiert wurden sie von Frau Gisela Schnurrer von der Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung in Bayreuth und ihrem Team. Dies ist in vorbild­licher Weise gelungen. So konnte man sich nicht nur über ange­nehme Bedingungen, sondern auch über ein gelungenes Rahmen­programm zwischen und nach den Wettbewerben freuen, zum Beispiel über die Schauschreiben der mehrmaligen Welt­meisterin im Maschinenschreiben, Helena Matouskova aus Prag, die von der Bundesjugend für Computer, Kurzschrift und Medien ange­botenen kurzweiligen Spiele und den Besuch des Schreibmaschinen­museums in Bayreuth.

Die Teilnehmerzahl ist bei den Deutschen Meisterschaften seit eini­gen Jahren ziemlich konstant, wobei der große Anteil junger Schreibe­rinnen und Schreiber – das betrifft aber leider nur die Tasta­tur- und nicht die Stenografiewettbewerbe – ins Auge sticht. Es ist zu hoffen, dass viele von ihnen weiterhin dabei sind, wenn sie in der Erwachsenenklasse starten, und sich auch noch für die Stenografie interessieren werden.

Zu den Ergebnissen:

Deutscher Meister in deutscher Kurzschrift wurde Marco Hoffmann vom Stenographen‑Zentralverein Gabelsberger in München mit 475 Silben pro Minute – er konnte den Titel nun schon das dritte Mal in Folge erringen. Die weiteren Plätze auf dem Podest konnten Manf­red Kehrer vom Stenografenverein Leipzig und Dr. Bernhard Gremmer vom Stenografenverein Landshut einnehmen, die ebenfalls 475 Silben pro Minute schrieben.

In englischer Kurzschrift konnte Petra Dischinger vom VKMB Offenbach den Titel der Deutschen Meisterin 2010 für sich er­ringen. Sie schrieb 260 Silben pro Minute. Ihr folgten Dr. Bernhard Gremmer vom Stenografenverein Landshut und Professor Dr. Boris Neubauer vom VKMB Offenbach, die jeweils 220 Silben pro Minute erreichten.

Die Plätze 2 und 3 im Kombinationswettbewerb (bei diesem fließen die Ergebnisse aller sechs Einzeldisziplinen gleich gewichtet in die Wertung ein) belegten Rainer Knehans vom VIVa. OWL Bad Salzuflen und Stefan Kampfer vom Stenografen‑Hort Nürnberg, während der Verfasser dieses Artikels diesen Wettbewerb für sich entscheiden konnte.

Auch bei den Jugendlichen und Schülern wurden hervorragende Leistungen erzielt, wobei die Jugendliche Annemarie Mersch vom Stenografenverein Dülmen besonders hervorzuheben ist, die sowohl beide Kurzschriftschriftwettbewerbe (220 Silben in Deutsch und 130 Silben in Englisch) als auch den Wettbewerb Textbearbeitung und die Kombination gewann.

Insgesamt erreichten also fünf Mitglieder unseres Verbandes einen Platz auf dem Podest. Sämtliche Ergebnisse sind auf der Homepage des Deutschen Stenografenbundes (www.stenografenbund.de) veröffent­licht.

Die nächsten Deutschen Meisterschaften werden Anfang Juni 2011 in Stuttgart stattfinden. Eine Teilnahme an diesem großen Treffen der Stenografenfamilie kann jedem Steno- und Tastaturbegeisterten nur empfohlen werden.

150. Todestag von Wilhelm Stolze

Einen unschätzbaren Beitrag zur Schaffung einer Kurzschrift, mit der Parlamentsdebatten aufgenommen werden konnten, hat Wilhem Stolze geleistet. Er war gleichsam der Urvater der Berliner Parlamentsstenografen. Zur Erinnerung an ihn, dessen Todestag sich dieses Jahr zum 150. Mal jährt, mögen die Artikel von Rudolf Eggeling "Zum 100. Todestag Wilhelm Stolzes" aus dem Jahr 1967 und aus dem "Neuköllner Tageblatt" von 1917 dienen.