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aus: NStPr 57/3 (2008) 74f.

Die Deutschen Meisterschaften in Kurzschrift, Texterfassung, Textbearbeitung/Textgestaltung und praxisorientierter Textverarbeitung fanden in diesem Jahr vom 1. bis 3. Mai in Bad Blankenburg/Thüringen statt. Bürgermeister Frank Persike eröffnete die DM im Rahmen einer offiziellen Feierstunde im Rathaus, ehe er die Teilnehmer zur Walpurgisnacht auf die Burg Greifenstein einlud, wo der Stenofüller gegen einen Hexenbesen eingetauscht werden konnte.

Die Wettbewerbe fanden in der Landessportschule statt, wo die Teilnehmer für Aufsehen sorgten. Die Fußballer des Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena, die sich auf dem Gelände auf ein Ligaspiel vorbereiteten ‑ inzwischen sind sie leider abgestiegen ‑, wirkten angesichts eines mit mehr als 100 Computern gefüllten Veranstaltungsraumes ein wenig verwirrt. Sie ließen es sich trotzdem nicht nehmen, die jüngsten Teilnehmer zu einer Trainingseinheit einzuladen. Klar, dass diese begeistert annahmen.

Bei den Wettbewerben war wieder einmal fast jede Altersgruppe vertreten: Die jüngste Teilnehmerin war 10, die älteste 79 Jahre alt. Bei der Siegerehrung überreichten der Staatssekretär für Bau und Verkehr des Landes Thüringen, Roland Richwien, der den thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus vertrat, und Bürgermeister Frank Persike die Medaillen. Sie konnten den Meistern zu wirklich hervorragenden Leistungen gratulieren: Deutscher Meister in Kurzschrift wurde Marco Hoffmann (StZV München), der als einziger der 130 Teilnehmer in diesem Wettbewerb bis 450 Silben schrieb. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Jutta Wichmann (StV Leipzig) mit 425 Silben und Manfred Kehrer (StV Leipzig) mit 400 Silben. Bei den Jugendlichen siegte Sylvia Beckers (StV Rheine) mit 200 Silben. Die Kombinationswertung gewann Olaf Rörtgen vom Vestischen Stenoclub vor Martina Wichers (StV Soltau) und Stefan Kampfer (Stenografen-Hort Nürnberg). Den von der Stadt Bad Blankenburg ausgelobten Greifenstein‑Pokal überreichte Bürgermeister Persike der Gesamtsiegerin der DM 2008, Sylvia Beckers. Die Einzelergebnisse können wie immer auf der Internetseite des Deutschen Stenografenbundes nachgeschlagen werden.

Das Freizeitprogramm wurde von den Teilnehmern individuell gestaltet. Die Watzdorfer Erlebnisbrauerei, das Friedrich‑Fröbel-Museum, der Handwerkerhof Rudolstadt, die Saalfelder Feengrotten und die Schwarzburg, wo 1887 der Schwarzburgbund gegründet worden war und Reichspräsident Ebert am 11. August 1919 die Weimarer Verfassung unterzeichnet hatte, waren beliebte Ausflugsziele. Einige führten ihre geliebte Mai‑Bollerwagentour kurzerhand in Bad Blankenburg durch. ‑ So kennt man die Stenografen: nie um eine Lösung verlegen.

Ich gratuliere allen Siegern herzlich und freue mich auf ein Wiedersehen bei den Deutschen Meisterschaften 2009 in Luckenwalde!

Waltraud Plickert, Berlin

150. Todestag von Wilhelm Stolze

Einen unschätzbaren Beitrag zur Schaffung einer Kurzschrift, mit der Parlamentsdebatten aufgenommen werden konnten, hat Wilhem Stolze geleistet. Er war gleichsam der Urvater der Berliner Parlamentsstenografen. Zur Erinnerung an ihn, dessen Todestag sich dieses Jahr zum 150. Mal jährt, mögen die Artikel von Rudolf Eggeling "Zum 100. Todestag Wilhelm Stolzes" aus dem Jahr 1967 und aus dem "Neuköllner Tageblatt" von 1917 dienen.