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geschrieben von Dr. Detlef Peitz, Berlin

aus: NStPr 54/6 (2006)

Einer der ältesten stenografischen Dienste eines Nationalparlaments - der Servizio Stenografia des italienischen Parlaments (Camera dei Deputati) wurde schon 1848 gegründet - geht zurzeit den wohl größten Umbruch seiner Geschichte an. Mit dem Verschwinden der Stenografie aus dem öffentlichen Leben in Italien wurde die Rekrutierung neuer Stenografen immer schwieriger. Gefordert wurden von den Anwärtern bisher ein abgeschlossenes Studium der Rechts-, Politik- oder Gesellschaftswissenschaften und angemessene selbst erworbene stenografische Fähigkeiten. Bei den öffentlich ausgeschriebenen Auswahlprüfungen mussten sich alle Bewerber fünf Prüfungsteilen unterziehen: Zum einen wurden allgemeine geschichtliche, juristische und politische Kenntnisse abgefragt, zum anderen wurden stenografische Fähigkeiten getestet. Erwartet wurde hier eine Leistung von 150 Wörtern pro Minute. Da die italienische Sprache kaum Wortzusammensetzungen kennt, entspricht das ungefähr 300 Silben. Beim letztmalig 1998 durchgeführten Auswahlverfahren konnten trotz großzügiger Auslegung der stenografischen Anforderungen und einer Teilnehmerzahl von über 300 Personen nur sieben von acht Stellen besetzt werden.

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geschrieben von Kerstin Decker, Dresden

aus: NStPr 57/2 (2009):

Während der Sommerpause des vergangenen Jahres hatte ich Gelegenheit, an einer Führung durch den Schwedischen Reichstag in Stockholm, gelegen auf den Inseln Riddarholmen und Helgeands­holmen, direkt neben Schloss Drottningholm, teilzunehmen. Einige Eindrücke möchte ich hier schildern.

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geschrieben von Anke Dummin u. Kurt Ganster, Saarbrücken

aus: NStPr 58/3 (2010)

Nach guter alter Tradition der „Neuen Stenografischen Praxis" wollen wir den geschätzten Kollegin­nen und Kollegen einen Überblick über die vergangene Wahlperiode mit den Grunddaten zu Wahlergebnis und Regierungs­bildung geben sowie über das landespolitische Gesche­hen und die augenfälligsten Themen dieser Zeit informieren. Auch die Bauarbei­ten am und im Landtag in diesen Jahren sollen nicht unerwähnt blei­ben. Schließlich wollen wir Sie über die Entwick­lung in der Abteilung des Stenografischen Dienstes unterrichten.

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geschrieben von Angelika Galonska (Berlin)

aus: NStPr 54/3 (2006)

Am 22. September 2002 wurde der 15. Deutsche Bundestag gewählt: Bei einer Wahlbeteiligung von 79,1 Prozent entfielen auf die SPD und die CDU/CSU jeweils 38,5 Prozent, auf Bündnis 90/Die Grünen 8,6 Prozent und auf die FDP 7,4 Prozent; da die PDS weder die 5-Prozent-Hürde überwinden noch drei Direktmandate erringen konnte, wurde sie im Bundestag lediglich durch die beiden direkt gewählten Abgeordneten Petra Pau und Dr. Gesine Lötzsch vertreten. In dieser Wahlperiode wurde erstmals die Parlamentsreform von 1996 wirksam, mit der die Zahl der Abgeordneten um 58 auf 598 reduziert worden war; infolge der Überhangmandate gehörten dem Bundestag allerdings anfangs 603 und zum Schluss noch 601 Abgeordnete an. Zu Beginn der Wahlperiode betrugen das Durchschnittsalter 49,3 Jahre ‑ bundesweite Beachtung fand die jüngste Abgeordnete, die zum Zeitpunkt ihrer Wahl 19-jährige Studentin Anna Lührmann ‑ und der Frauenanteil 32,5 Prozent, wobei die Repräsentanz in den Fraktionen deutliche Unterschiede aufwies: 58,2 Prozent bei den Grünen, 37,9 Prozent bei der SPD, 23 Prozent bei der CDU/CSU und 21,3 Prozent bei der FDP.{tooltip}1{end-link}An dieser Stelle geht mein Dank an Herrn Dr. Feldkamp von der Organisationseinheit „Presse und Kommunikation“ des Deutschen Bundestages, der mir die zur Veröffentlichung in der „Zeitschrift für Parlamentsfragen" vorgesehenen Daten und Statistiken für die 15. Wahlperiode freundlicherweise vorab zur Verfügung stellte.{end-tooltip}

Apropos Frauenanteil: Wie dem Gleichstellungsplan für die Verwaltung des Deutschen Bundestages in der aktualisierten Fassung vom 1. Juli 2004 zu entnehmen ist, lag der Frauenanteil Mitte des Jahres 2004 hier insgesamt bei rund 51 Prozent, im gehobenen Dienst bei rund 53 Prozent und im höheren Dienst bei rund 36 Prozent; immerhin eine der drei Abteilungen wird inzwischen von einer Frau geleitet. Im Stenografischen Dienst liegt der Frauenanteil sogar über dem Durchschnitt für den höheren Dienst: Hier sind ‑ einschließlich Leitungsebene, ohne Anwärterinnen und Anwärter ‑ 13 Stenografinnen (rund 44 Prozent) und 16 Stenografen (rund 56 Prozent) tätig.

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150. Todestag von Wilhelm Stolze

Einen unschätzbaren Beitrag zur Schaffung einer Kurzschrift, mit der Parlamentsdebatten aufgenommen werden konnten, hat Wilhem Stolze geleistet. Er war gleichsam der Urvater der Berliner Parlamentsstenografen, wie auch ein Brief Bismarcks an ihn zeigt. Zur Erinnerung an seinen Todestag mögen die Artikel von Rudolf Eggeling "Zum 100. Todestag Wilhelm Stolzes" aus dem Jahr 1967 und aus dem "Neuköllner Tageblatt" von 1917 dienen.