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Ein wichtiges zeithistorisches Dokument für den Berufsstand der Parlamentsstenografen ist der Brief Otto von Bismarcks an Wilhelm Stolze. Dieser Brief wurde gut 85 Jahre im Stenographischen Büro des Preußischen Landtags aufbewahrt, bevor er bei dessen Auflösung an Fritz Burmeister, zuvor Stenograf im Preußischen Herrenhause und später im Reichswirtschaftsrat, übergeben wurde. In seinem Artikel in der "Deutschen Kurzschrift" aus dem Jahr 1937, der hier als PDF abgerufen werden kann, ist ein Faksimile des Briefes abgebildet, verbunden mit einer zeitgeschichtlichen Einordnung. Außerdem erfährt man etwas über den Einsatz von Schreibmaschinen im Deutschen Reichstag, im Preußischen Abgeordnetenhaus und im Herrenhaus am Ausgang des 19. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Brief dann wahrscheinlich im Bombenhagel vernichtet.

Stenografen bei den Friedensverhandlungen vor 100 Jahren

Eine wichtigen Beitrag zu den Friedensschlüssen der Jahre 1918 und 1919 lieferten die Protokolle der damaligen Parlamentsstenografen bzw. Kammerstenographen, wie sie sich selbst nannten. Wir beginnen die Serie mit einem Zeitzeugenbericht zu den Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen mit Russland in Brest-Litowsk; es folgen weitere Berichte zu den Friedensverhandlungen mit Bulgarien und Rumänien in Bukarest im Jahr 1918 und natürlich mit der Entente in Versailles im Jahr 1919.