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2. Newssuche

Im Bereich der Suche nach aktuellen Informationen ist zunächst einmal zu unterscheiden zwischen den professionellen Meldungen, die von Agenturen herausgegeben und von Zeitungen oder Nachrichtenportalen verarbeitet werden, und Amateurmeldungen, die Personen veröffentlichen, die ‑ aus welchen Gründen auch immer ‑ nahe am Geschehen sind und davon, zumeist in Blogs, berichten.

2.1 Agentur- und Zeitungsmeldungen

An aktuelle Meldungen der vielen professionell arbeitenden Agenturen kommt man am besten über einen entsprechenden Tickerdienst, der allerdings kostenpflichtig ist. Wo kein derartiger Zugriff auf die Originalquellen von dpa, Reuters, Katholischer Nachrichten‑Agentur etc. gegeben ist, bietet die Newssuche von Paperball (www.paperball.de) gute Treffermengen; allerdings wird hier immer schon eine Vorauswahl getroffen. Die gesamten aktuellen Meldungen der internationalen Nachrichtenagentur Reuters sind dagegen über den Newsservice von Yahoo zugänglich (news.yahoo.com).

Aktuelle Artikel ausgewählter Zeitungen finden sich bei Paperball und bei Paperazzi (www.paperazzi.de). Die hier erfassten Zeitschriftenartikel werden darüber hinaus eine Woche lang archiviert. Beide Suchmaschinen greifen in erster Linie auf die Zeitungen zu, die ihre Texte teilweise sowieso online zugänglich machen. So hat man manchmal mehr Erfolg, wenn man direkt auf die Homepages dieser Zeitungen geht.[3] Viele lokale Zeitungen bieten ein umfängliches Online-Archiv, dessen Nutzung zumeist allerdings an ein Abonnement geknüpft ist. Eine rühmliche Ausnahme stellt hier die „Berliner Zeitung" dar, die ihr gesamtes Textarchiv seit 1994 online zugänglich gemacht hat (www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv). Auch beim „Spiegel" und bei der „Süddeutschen Zeitung" ist die Archivsuche kostenfrei, wodurch sich viele Begriffe und Namen leicht verifizieren lassen. Erst für das Abrufen kompletter Artikel aus der gedruckten Ausgabe wird eine Kostenpauschale von 50 Cent verlangt. Wenn man in Zeitungen ‑ insbesondere in den großen, überregionalen wie „FAZ", „Frankfurter Rundschau" oder „Handelsblatt" ‑ umfangreich recherchieren möchte, ist der einfachste Weg der Zugriff auf das kostenpflichtige Angebot (je Zeitungsartikel im Regelfall 2,38 Euro) der Datenbank von Genios, einem Gemeinschaftsunternehmen der „FAZ" und der Verlagsgruppe Handelsblatt (www.gbi.de).

Schließlich bietet das Museum für Nachrichten in Washington D. C. (www.newseum.org/todayfrontpages) gescannte tagesaktuelle Titelblätter von Zeitungen, auch von einigen deutschsprachigen; aufgrund der Zeitverschiebung ist hierauf allerdings erst am Nachmittag ein Zugriff möglich. Elektronisch suchen lässt sich in den Texten leider nicht.

2.2 Der Bereich der Blogs

Blogs sind eine Art elektronische Pinnwände, auf denen jeder seine Eindrücke in Form von Texten, Bildern, Videos, Dokumentenscans etc. hinterlassen kann. Sie sind damit so etwas wie Online-Tagebücher, über die Personen, die sich als „Blogger" oder „Weblogger" bezeichnen, beliebige Gedanken und Meldungen unter dem jeweiligen Datum in chronologischer Reihenfolge ins Internet stellen. So gibt es Städteblogs (etwa Berlinblogs, Tokyoblogs), Ereignisblogs (beispielsweise von Sportveranstaltungen, Weltjugendtagen), quasioffizielle Blogs (zum Beispiel von EU-Gipfeln), thematische Blogs und auch Blogs von Zeitungsredaktionen, in denen sich manchmal interessante Hintergrundinformationen finden. Dieser Bereich ist von der Kommerzialisierung zurzeit noch weitgehend verschont. Zugleich zeichnen sich Blogs dadurch aus, dass man sich durch das Abonnement sogenannter Feeds jederzeit über neue Meldungen auf den Blogseiten, die einen interessieren, informieren lassen kann. So sind entsprechend programmierte Suchmaschinen trotz der Vielzahl der Bloganbieter bezüglich der Blogs, die mit dieser Feed-Funktion arbeiten, immer auf dem aktuellen Stand.

Einer der Pioniere der „Blogosphäre", wie dieser Bereich genannt wird, www.blogger.de, wurde mitsamt seiner Suchmaschine 2006 von Google übernommen. Unter search.blogger.com bzw. blogsearch.google.com findet man diese Suchmaschine, die interessanterweise immer noch als Beta-Version gekennzeichnet ist und auf die Google auf seiner Startseite nicht verweist. Womöglich liegt das an den fehlenden Einnahmequellen. Ein Beleg dafür könnte sein, dass die üblichen kommerziellen Angebote auf der rechten Spalte des Bildschirms (noch) fehlen. Alternative Suchmaschinen gibt es von Ask (de.ask.com) und Technorati (www.technorati.com). Ask bietet ähnlich große Treffermengen wie die Google-Blogsuche und ermöglicht wie diese eine Sortierung der Suchergebnisse nach Aktualiät. Die Suchmaschine von Technorati stellt dagegen eine Rangfolge der Blogs auf Basis der Beziehungen der Blogs untereinander auf. Insgesamt ist die Treffermenge hier geringer, und es ist auch keine chronologische Sortierung möglich. Dafür finden sich unter den Treffern nicht so viele versteckte Werbeseiten, zum Beispiel von Firmen wie Amazon oder eBay, die den Bereich der Blogs immer stärker für den Vertrieb ihrer Produkte zu nutzen versuchen.

Zugleich bieten die Blogs ‑ da hier die Inhalte nicht wie bei normalen Homepages immer wieder gelöscht bzw. aktualisiert werden, sondern chronologisch addiert werden ‑ mittlerweile auch eine Art Archiv für Meldungen der jüngeren Vergangenheit. So war der Wortlaut der aufgrund der nachfolgenden Ereignisse zynisch anmutenden Rede von Peter Hartz zur Einführung der Hartz‑IV-Reform im Französischen Dom Berlin am 9. August 2002 ‑ nachdem dieser von allen offiziellen Servern in Wirtschaft und Verwaltung entfernt worden war ‑ nur noch im Bereich der Blogs zu recherchieren (er ist mittlerweile auch über ein in das Plenarprotokoll des Deutschen Bundestages eingefügtes Zitat zugänglich[4]).

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